Eternit und Asbestzement – was Sie wissen müssen

Eternit, früher auch als Asbestzement bezeichnet, ist ein Faserverbundstoff, welcher vor allem zwischen den Jahren 1960 und 1990 in Deutschland in sehr großen Mengen verbaut wurden. Wir zeigen Ihnen, woraus sich der Asbestzement zusammensetzt, was diesen Stoff so gefährlich macht und wie Sie reagieren sollten, wenn Sie auf das Material stoßen.

Was ist Eternit?

Eternit ist ein Faserzement, welcher sich durch seine besonderen Eigenschaften auszeichnet. Durch die Beigabe von Fasern zu dem Zementgemisch konnten die Eigenschaften des Produkts nachhaltig verbessert werden. Vor allem die Zuge- und Biegefähigkeit des Materials, aber auch dessen Beständigkeit gegenüber Feuer zeichnen den Asbestzement aus. Da das Material in der Regel einen Anteil von 10 – 15 Prozent Asbest enthielt, ist das Material bis heute sehr gefährlich. Es handelt sich um einen stark gebundenen Asbestgefahrstoff, da die Asbestfasern bei dieser Form der Verarbeitung nicht einfach an die Oberfläche treten können. Dennoch sind beim Umgang mit Asbestzement in seiner alten Zusammensetzung sehr viele Sicherheitsrichtlinien zu beachten.

Von wann bis wann wurde Eternit eingesetzt?

Eternit wird bis heute in den verschiedenen Bereichen des Baugewerbes eingesetzt. Allerdings hat sich die Zusammensetzung des Eternits verändert, nachdem die Gefahren des Baustoffes Asbest erkannt worden waren und Asbest im Jahr 1993 in Deutschland verboten wurde. Durch die Beimengung anderer Faserstoffe, welcher das Asbest substituieren, wird Eternit auch heute noch als Baustoff verwendet. Doch wann begann der Siegeszug der Eternitplatten aus Asbestzement?
Im Jahr 1899 wurde das Patent für die Platten aus Asbestzement vom Österreicher Ludwig Hatschek angemeldet, welches schnell zu einem großen Erfolg wurde. Vor allem dank des leichten Gewichts, der hohen Feuerbeständigkeit und der hohen Zugfestigkeit erlangten die Platten aus Asbestzement sehr schnell eine hohe Beliebtheit. Vor allem in den Jahren zwischen 1960 und 1990 wurde Asbestzement zu einem sehr beliebten und häufig genutzten Baustoff, welcher bis heute noch in vielen Gebäuden zu finden ist.

Bei allen Eternit-Beständen, welche nach dem Jahr 1993 verbaut wurden, müssen Sie sich keine Sorgen machen. Bei diesen Eternitplatten wurde kein Asbest mehr verwendet, sodass diese in der Regel ohne Gefahr für das eigene Leben bearbeitet werden können.

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Wie gefährlich ist Eternit?

Grundsätzlich ist Asbestzement nicht sonderlich gefährlich, da es sich auch bei den alten Platten aus Asbestzement um stark gebundene Asbestprodukte handelt. Das bedeutet, dass die gefährlichen Asbestfasern im Material sehr gut eingeschlossen sind und somit nicht an die Umwelt abgegeben werden. Allerdings gilt dies nur für unbeschädigte Eternitplatten. Bei der Demontage und auch bei der Entsorgung kann es schnell zu größeren Schwierigkeiten kommen. Denn bei allen Arbeiten am Material selbst können die Asbestfasern freigesetzt werden, welche eine Gefahr für die Arbeiter und die Umwelt darstellen. Aus diesem Grund ist der Umgang mit Asbestzement nur zertifizierten Fachbetrieben gestattet, welche die Vorschriften nach TRGS 519 akribisch einhalten können.

Gesundheitsgefahren durch Eternit

Die große Gefahr bei Eternitplatten in der alten Zusammensetzung liegt im darin gebundenen Asbest. Denn die Asbestfasern sind so klein und fein, dass diese problemlos mit der Atemluft aufgenommen werden können und anschließend tief in die Lunge wandern. Da Asbest ein krebsauslösender Stoff ist, kann eine Kontamination mit Asbest langfristig erhebliche gesundheitliche Schäden auslösen. Eine häufige Erkrankung ist die sogenannte Asbestose, welche sich unter anderem in Lungenkrebs und anderen Erkrankungen manifestiert.

 Wo wurde Eternit eingesetzt?

Als enorm flexibler Baustoff wurde Asbestzement in vielen Bereichen eingesetzt. So sind vor allem in den 1960iger Jahren sogar ganze Immobilien aus den verschiedenen Faserzement-Materialien hergestellt, welche zum Glück heute kaum mehr zu finden sind. Der Werkstoff kann aufgrund seiner Eigenschaften in beinahe allen Baubereichen eingesetzt werden. So wurden unter anderem Blumenkästen, Fensterbänke und auch Feuerschutzverkleidungen aus Asbestzement hergestellt. Zudem wurde und wird Eternit unter anderem für Fassadenverkleidungen, Dacheindeckungen, Wasserrohre und auch für Gartenmöbel verwendet. Im Innenbereich wurde das Material für die verschiedenen Nassräume, für Lüftungsrohre und auch für Trennwände eingesetzt. Auch Dachtraufen und Unterdachkonstruktionen aus Asbestzement waren keine Seltenheit.

Mittlerweile ist Eternit als Baustoff zwar immer noch erhältlich und auch nicht mehr gesundheitsgefährdend, wird aber in der Regel nur noch in wenigen Teilbereichen eingesetzt. Dennoch werden Ihnen in vielen Häusern, welche zwischen 1960 und 1990 erbaut wurden, viele Elemente aus Eternit begegnen, welche mit Asbest eine echte Gefahr darstellen. Aus diesem Grund sollten Sie bei jedem Fund von Eternit erst einmal davon ausgehen, dass es sich um die gefährliche Variante des Baustoffes handelt, um die eigene Gesundheit nicht zu gefährden.

Eternit gefunden – was tun?

Nicht jede Eternitplatte ist von Grunde auf gefährlich. Es gilt in der Regel erst einmal herauszufinden, zu welchem Zeitpunkt das Eternit aufgebracht oder gebaut wurde. Dies ist in vielen Fällen in der Baudokumentation möglich. Sollten Sie allerdings keine solche Dokumentation vorliegen haben und somit das Datum nicht näher eingrenzen können, sollten Sie Vorsicht walten lassen.

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Wenn Sie Eternit auf einer Baustelle oder an einem Gebäude in Ihrem Besitz gefunden haben, sollten Sie das Material zunächst einmal testen lassen. Denn nur ältere Eternitplatten, welche mit Asbestfasern hergestellt wurden, stellen eine Gefahr für Sie und für die Umwelt dar. Über eine Materialprobe können Sie das Material in einem Labor ganz einfach testen lassen. Sie erhalten im Anschluss eine genaue Analyse des Materials, welche unter anderem auch zur Dokumentation gegenüber Ämtern und den Entsorgungsbetrieben genutzt werden kann

Wird bei der Probe festgestellt, dass es sich um Platten aus Asbestzement handelt, sollten Sie diese nicht in Eigenregie entfernen, sondern einen Fachbetrieb mit den Aufgaben beauftragen. Denn die Asbestsanierung darf nur von Betrieben durchgeführt werden, welche eine Zertifizierung nach TRGS 519 erhalten haben.

Quellen